Die alte Königsstadt Marrakesch

Auf dem Djemaa el-Fna, dem zentralen Marktplatz dieser unglaublichen Stadt, tummeln sich Garküchen, Schlangenbeschwörer, Gaukler, Wahrsager und so ziemlich jeder Einwohner von Marrakesch.

Schon in knapp drei Flugstunden findet man sich in einer komplett anderen Welt wieder. Alles scheint wie aus Tausendundeine Nacht. Abgeschottet vom Lärm der Straßen und Gassen, wohnt man in einem Riad. Diese besondere Form von Häusern, bestehen aus dicken Lehmwänden und verbergen einen kleinen Innenhof, welcher meistens nicht überdacht ist. Für unsere Ohren kann ein Besuch in dieser pulsierenden Stadt anstrengend sein, den niemals ist es still. Deshalb sind die meisten Besucher sehr froh über die dicken Lehmwände.

Von Schlangenbeschwörern und Garküchen

Gegen späten Nachmittag versammelt sich gefühlt die ganze Stadt auf dem Marktplatz Djemaa el-Fna. Die vielen Garküchen werden aufgebaut, die Händler finden sich auf dem Platz ein und auch die Geschichtenerzähler, Gaukler und Wahrsager lassen nicht lange auf sich warten. Dieser Platz, dessen Name „Platz der Geköpften“ bedeutet, steht seit 2001 auf der Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. Diese Auszeichnung wird durch die UNESCO vergeben. Der Name des Djemaa el-Fna stammt vermutlich noch aus der Zeit, als der Platz noch als Hinrichtungsstätte benutzt wurde.

Das Blau des Jardin Majorelle

Dieser wunderschöne botanische Garten gehörte einst dem französischen Modeschöpfer Yves Saint Laurent und seinem Lebensgefährten Pierre Bergé. Im Jardin Majorelle finden sich Pflanzen aus allen fünf Kontinenten, wie Bougainvillea, Rosen aber hauptsächlich Kakteen. Ursprünglich wurde der Garten durch den Künstler Jacques Majorelle angelegt.

Ihm ist auch das beeindruckende „Majorelle-Blau“ zu verdanken, welches sich überall im Garten wieder finden lässt. Das Islamische Kunstmuseum von Marrakesch befindet sich ebenfalls im Jardin, das neben Kleidungsstücken aus Saint Laurents persönlicher Kollektion auch Schmuck, Keramik und Gemälde von Majorelle zeigt.

Der „Kulturschock“ den man hat, sobald man in dieser eindrucksvollen Stadt angekommen ist, mag zwar relativ groß sein, doch die Faszination die von Marrakesch ausgeht zieht einen immer wieder in seinen Bann. Nicht um sonst kamen alle großen Stars, von Mick Jagger bis Andy Warhol, in den sechziger Jahren nach Marrakesch.

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